Warum statt Drupal, Habari oder WordPress „normal“ nun WPMU?

Was hat WPMU was WP nicht hat?

Ich habe mir hier nun WordPress MU installiert, weil ich schon immer bedauert habe, dass mit der normalen WordPress Version keine Verwaltung von mehreren getrennten Blogs möglich ist.

WPMU ist von Haus aus multiblogfähig, allerdings lassen sich die verschiedenen Blogs erstmal „nur“ in verschiedenen Unterordnern der Hauptdomain betreiben oder unter Subdomains der Hauptdomain.

Also ganz einfach möglich ist:

http://hauptdomain.de/ <– Hauptblog
http://hauptdomain.de/blog1/ <– Blog 1
http://hauptdomain.de/blog2/ <– Blog 2 usw.

Etwas mehr Voraussetzungen benötigt der Betrieb über Subdomains, da der Server entsprechend konfiguriert werden muss. Dann ist ebenso einfach folgendes möglich:

http://hauptdomain.de/ <– Hauptblog
http:///blog1.hauptdomain.de/ <– Blog 1
http:///blog2.hauptdomain.de/ <– Blog 2 usw.

WPMU wird allerdings erst in folgender Konstellation für mich richtig interessant:

http://hauptdomain.de/ <– Hauptblog
http:///blog1.de/ <– Blog 1
http:///blog2.de/ <– Blog 2
http:///nochirgendeinblog.de/ <– Blog 3 usw.

Dafür wird allerdings ein zusätzliches Plugin benötigt. Meine erste kurze Recherche ergab, dass es hierfür bereits mehrere Möglichkeiten gibt. Eines mit dem Namen „Donncha’s Domain Mapping plugin“ und eines nennt sich „Multi-Site Plugin„. Hier werde ich mich wohl noch in die Materie vertiefen müssen.

Aber warum nun WPMU und kein ganz anderes System?

Ich habe mich früher schon an Drupal versucht, um eine bessere Trennung zwischen verschiedenen Themenbereichen innerhalb einer CMS Installation zu erreichen. Allerdings so sehr ich Drupal schätze und so mächtig die Funktionen sind, so benötigt Drupal doch einen erheblich höheren Konfigurationsaufwand, um als Blog mit einem ähnlichem Komfort wie WordPress zu fungieren. Das bedeutet nicht, dass ich mich von Drupal komplett abwende, ich werde unsere Firmenhomepage weiterhin mit Drupal betreiben (jaja, das Design sollte dringend überarbeitet werden 😉 ).

Ich habe auch einen kurzen Blick auf Habári geworfen. Einem neuen Blogsystem, das von einer „Splittergruppe“ früherer WordPressentwickler auf den Weg gebracht wurde. Habári wirkt bereits jetzt in der Version 0.62 sehr vielversprechend und unterstützt von Haus aus Multidomainmapping. Aufmerksam auf Habari wurde ich durch einen Artikel von Jowra, der bereits von WordPress auf Habari umgestellt hat. Er hat angekündigt zukünftig mehr Artikel zu dem System zu verfassen.

Ich war stark versucht es mit Habári auszuprobieren, aber letztendlich habe ich mich besonnen, da ich mir mit der Nutzung von WordPRess MU in einigen Punkten Vorteile erhoffe. Zum einen ist es mir wichtig den Pflege und Konfigurationsaufwand möglichst gering zu halten. Da ich bereits mit WordPress vertraut bin, sollte es leicht sein sich die wenigen neuen oder anderen Funktionen von WPMU im Vergleich mit WordPress schnell anzueignen. Ich vermute auch stark, dass die Community um WPMU größer ist als die um Habári. Da ich kein PHP-Crack bin, benötige ich oft Hilfe und Informationen von Wissenderen als ich es bin und da ist eine große Community immer von Vorteil. Viele Funktionen decken sich mit WordPress und die WordPress-Community ist sicherlich die größte für ein Blog CMS weltweit. Daraus folgt auch ein weiterer Punkt: die vorhandenen Ressourcen auf die ich zurückgreifen kann. Nicht nur Problemlösungen und How Tos sind massenhaft im Netz auffindbar, sondern auch Themes und Plugins.

Zu guter Letzt kommt noch BuddyPress als WPMU Vorteil dazu. BuddyPress macht aus WPMU eine Art Social Network. Es reizt mich damit ein wenig herumzuexperementieren, um herauszufinden, ob ich BuddyPress in einem Internetprojekt nutzen will.

Leider sind die Informationen zu WPMU noch etwas spärlich. Die erste Anlaufstelle ist sicherlich das englischsprachige mu.wordpress.org oder die noch kleine deutsche WPMU Seite. Dort werde ich mich zumindest in nächster Zeit häufiger umtun bis ich die Einrichtungsphase für meine WPMU Installation beendet habe.

Update: Nachdem ich in kurzer Zeit mit einigen – sicherlich nicht schwerwiegenden – Problemen zu tun hatte, die in den kleinen aber feinen Unterschieden zwischen WordPress und WPMU begründet lagen, bin ich nun wieder zu einer ganz normalen WordPress Installation zurückgekehrt. Diese Entscheidung beruht ausschließlich auf meiner Priorität möglichst wenig Zeit in die Administration des Blogs zu stecken. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass ich weniger Zeit benötige um z. Zt. ca. drei WordPress Blogs upzudaten als mich regelmäßiger mit WPMU spezifischen Schwierigkeiten zu beschäftigen 😉 .

9 Kommentare zu „Warum statt Drupal, Habari oder WordPress „normal“ nun WPMU?“

  1. was mich interressieren würde is ob wpmu user permissions auf content ebene unterstützt? grüsse aus österreich

  2. Hi DahanS,

    bin mir nicht sicher, ob ich deine Frage verstehe (user permissions auf content ebene!?).

    Soweit ich das Blicke ist der einzige Unterschied in der Rechteverwaltung zwischen WP und WPMU, dass bei WPMU Benutzer mit Zugriff auf mehrere Blogs angelegt werden können.

    Was eine feingranulierte Rechteverwaltung angeht ist Drupal von Haus aus gut ausgestattet.

  3. danke für die antwort. mit „content ebene“ meinte ich eine acl auf gruppenbasis. so wie es z.b. drupal mit modulen bietet nur halt in einem reinen blog system. drupal ist halt doch mehr (konfigurations)aufwand für einen privaten als z.b. wordpress oder serendipity. naja, werde ich halt weiter suchen 😉

  4. Ich bin bisher nicht so tief in das Thema Rechteverwaltung eingestiegen und weiß daher auch nicht was eine „acl auf Gruppenbasis ist“ ^^. Allerdings sah ich gerade dieses Plugin auf dem Urban Giraffe Blog:

    User Permissions.
    Assign permissions on posts to allow or block specific users and roles from editing – allows a very customisable permissions structure.

    Vielleicht bietet das ja was du suchst? Die Plugins dort sind in der Regel sehr ausgereift.

  5. Update: Jetzt habe ich gerade etwas sehr interessantes gefunden 🙂 !

    WordPress nähert sich mit dem Pods Plugin der Drupal nodes Funktionalität inkl. CCK und View an. Das Plugin lässt sich zusammen mit dem Role Manager Plugin nutzen, das vielleicht die von dir gesuchte Funktionalität bietet.

  6. hi, das klingt wirklich interessant, hab mich mittlerweile etwas mehr mit drupal auseinandergesetzt. sehr mächtig und flexibel aber wenn man mehr „rausholen“ möchte kommt man um eine steile lernkurve nicht herum 😉 werd mir mal deinen fund ansehen… danke nochmal … grüsse aus österreich

  7. Michael Finger

    Guten Morgen Nils,
    so ganz kann ich dir leider nicht folgen, warum Drupal einen höheren Aufwand hat als WP. Das würde mich ja schon mal Interessieren da ich ein Blog mit Drupal betreibe und ich finde das ging alles sehr einfach. gut man muß sich die Module zusammen suchen. Aber wenn man die ein mal eingestellt hat läuft es sehr gut, nach meiner Meinung. Von daher würde mich mal Interessieren was deine Probleme waren bei Drupal als Blog?

    MfG

    Michael Finger
    Holztechniker

  8. Ich habe ja nicht von Problemen geschrieben, sondern von höherem Aufwand um dieselbe Funktionalität zu erreichen ^^ !

    Wenn du keine größeren Ansprüche hast, kannst du natürlich auch unter Drupal mit dem Basis Blogmodul losbloggen. Aber für mich fehlen dann einfach zu viele der gewohnten Funktionen. Vieles lässt sich per Modul unter Drupal nachrüsten, aber da braucht es einerseits mehr als unter dem nativen WordPress und andererseits ist der Konfigurationsaufwand oft größer als unter WordPress. Ich erinnere mich da beispielhaft an die Integration einer Kategorieanzeige unter Drupal, die bei WordPress von Haus aus vorhanden ist.

    Weitere Themenbereiche waren damals für mich der Spamschutz, der sich nicht auf das gleiche Niveau wie bei WP bringen ließ und die Track- und Pingbackfunktionalität, die deutlich hinter WordPress zurückstand. Darüber hinaus sind aufgrund der Verbreitung von WordPress und dem klaren Einsatzgebiet als Blogsystem mehr Lösungen für spezielle Bedürfnisse zu finden als für Drupal.

    Wenn man, wie du auf deiner Seite, mehr will als nur Bloggen, dann ‚lohnt‘ sich sicherlich der Einsatz von Drupal. Wenn es im Grunde ’nur‘ ums Bloggen geht, mache ich mir das Leben lieber leicht und nutze WordPress. Es spielt sicherlich auch der Grad der Vertrautheit in diese Entscheidung mit hinein. Ich habe mit WordPress schon wesentlich länger und intensiver gearbeitet als mit Drupal, so dass ich bei vielen Anliegen unter WordPress zumindest schon etwas Vorerfahrung habe, während ich bei Drupal die Sachlage erstmal erkunden muss.

  9. colon cleansing

    Weitere Themenbereiche waren damals für mich der Spamschutz, der sich nicht auf das gleiche Niveau wie bei WP bringen ließ und die Track- und Pingbackfunktionalität, die deutlich hinter WordPress zurückstand.

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