WordPress vs. Drupal: ich werde wechseln!

von Nils am 29. November 2007

wordpress_logoSeit einiger Zeit geistert mir immer wieder der Wunsch durch den Kopf in meinem Blog bestimmte Themen besser abgrenzen zu können. D.h. einerseits sowas wie zu bestimmten Themen einen eigenen Blogbereich zu führen und die Möglichkeit zu haben, bestimmte inhaltliche Extras unterbringen zu können ohne viel im PHP-Code rumwurschteln zu müssen. Da ich als “professioneller Laie” kaum was von PHP verstehe, sind das in der Regel “Trail and Error”-Kamikaze Aktionen, die ich nur mit Netz und doppelten Boden durchführe (hiermit ist Frank’s freundliche Unterstützung gemeint ;) ).

drupal_logoUnter der Hauptdomain “nsah.de” läuft schon seit geraumer Zeit eine Drupal-Installation. Dies ist meine erste Testinstallation mit Drupal gewesen und ich habe gerade in der Anfangszeit viel gelernt bzw. lernen müssen. Denn so viele positive Seiten Drupal auch hat, so schnell mal installieren und komfortabel losbloggen wie mit WordPress klappt definitiv nicht. Dazu hat Frank Helmschrott bereits im Upload Blog einen ausgezeichneten Artikel geschrieben, der den Unterschied zwischen WordPress und Drupal deutlich macht. Mein ersten Vorhaben mit Drupal war das Einrichten eines Blogbereiches mit den gängigen (Komfort-)Funktionen, die ich bei WordPress kennen und auch schätzen gelernt habe. Das Ganze gestaltete sich für mein Empfinden mühsamer als das alljährliche Auswählen und Zusammensuchen der Weihnachtsgeschenke für die liebe Familie.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen: Drupal einrichten

Vieles was bei WordPress gleich nach der Grundinstallation bereit steht, muss in Drupal erst konfiguriert werden. Darüber hinaus macht die Flexibilität von Drupal einem leichtfüßigen WordPress-Blogger wie mir das Leben zu Beginn ungewohnt schwer. Ich musste auf einmal Entscheidungen treffen und zwar jede Menge Entscheidungen. Entscheidungen in Bereichen bei denen ich bisher nicht geahnt habe, dass es dort überhaupt etwas zu entscheiden gibt. Erst musste ich mich mit den mächtigen Funktionen auseinander setzen und dann entscheiden auf welchem Weg ich was realisieren will … puh … Fragen über Fragen … mein Kopf rauchte.

Nehmen wir mal als Beispiel die Anzeige der Blog-Kategorien in der Sidebar. Eine Standardfunktion, die mit jeder Blogsoftware in der Regel schnell und einfach zu verwirklichen ist, falls es da überhaupt etwas zu tun gibt und die Funktion nicht von Haus aus bereits vorhanden und aktiviert ist. So etwas stellt bei WordPress (fast) jedes Theme ohne weiteres “Hand anlegen” zur Verfügung. Bei Drupal muss ich dies selbst mittels eines Moduls realisieren. Und da geht es schon los: Welche passenden Module gibt es für diesen Zweck (meist reichlich)? Welches dieser Module will ich nutzen, um die Anzeige der Kategorien des Blogs zu realisieren? Oder steige ich gleich tiefer in Drupal ein und realisiere mein Vorhaben mit Hilfe des “Views” Moduls in dem ich mir Ansichten selbst definieren kann?

Gehirnjogging: Drupal hält mich fit

Es gibt konstruktiv gesehen viel zu Lernen:  viel Lesen, viel Sichten, viel Ausprobieren bis ich mich für eine Lösungsvariante entschieden und diese auch konfiguriert habe. Das kostet Zeit und ggf. auch Nerven. Immer wenn ich anfange meinen Einstieg mit WordPress und meinen Einstieg in Drupal zu vergleichen, bin ich sehr schnell nahe daran, dass ich lieber beim bewährten WordPress bleiben sollte. Wären WorpPress und Drupal Fahrzeuge, so würde ich mit meinem WordPress Smart schon lange durch die Gegend düsen und mir höchstens Gedanken darüber machen ob ich den Wagen nicht mal schnell neu überlackiere, während mein Drupal LKW noch in der Tiefgarage steht und ich dabei bin zu entscheiden welches Getriebe wo eingebaut werden soll.

Was bringt mich also trotzdem dazu auf Drupal umzusteigen?

  1. Ich möchte meine Inhalte flexibler handhaben können als es mir mit WordPress möglich ist (Stichworte sind dabei: Themenblogs unter einem Dach, ggf. Integration von Wiki- oder Datanbankelementen,
  2. Mit Drupal stehen mir mehr Möglichkeiten offen als mit WordPress
  3. Ich möchte lernen mit einem ausgewachsenen CMS umgehen zu können (Joomla und TYPO3 sind nichts für mich)
  4. Neugierde … ;)
  5. Mittlerweile gibt es auch ansehnliche freie Themes für Drupal

Fazit

Also setzte ich mich selbst ein in Zugzwang indem ich dies zu meinem letzten Beitrag hier in meinem WordPress-Blog erkläre! Neue Artikel veröffentliche ich nur noch unter rausgebloggt.de [mittlerweile wieder "nsah.de"] und demnächst werde ich die Artikel aus diesem Blog in Drupal importieren (… auch hier habe ich noch keine Ahnung wie ich das erledigen werde …) und eine entsprechende Weiterleitung erstellen.

Es gibt viel zu tun … also packe wir’s an (die älteren Leser werden den Slogan noch kennen ;) ).

Nachtrag (06.2009): Inzwischen bin ich nach ca. 1,5 Jahren mit diesem Blog zu WordPress zurückgekehrt. Wer mehr dazu wissen will, liest am besten hier nach: Warum statt Drupal, Habari oder WordPress “normal” nun WPMU?.

Links

{ 16 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

1 Frank Helmschrott November 29, 2007 um 13:02

Hi Nils,

freut mich, dass Du Dich entschieden hast den Weg zu gehen. Ich wünsch’ Dir viel Erfolg dabei. Am Anfang wird’s dich sicher ein paar Nerven kosten, aber schon bald wirst Du sehen, dass die Entscheidung für Deine Bedürfnisse die richtige war. Bei Fragen steh’ ich Dir natürlich zur Verfügung ;)

Schöne Grüße,
Frank

2 Nils Schulte am Hülse November 29, 2007 um 13:07

Danke Frank für das Angebot!

Das werde ich mit Sicherheit nutzen, weil ich im Moment noch alle paar Meter ins Straucheln komme.

3 Gast Januar 6, 2008 um 19:54

hey… willkommen :) Es lebe Drupal. Keine Sorge, du bist nicht der einzige mit entsprechenden Problemen (oder nennen wir es lieber Herausforderungen)

4 Nils Januar 6, 2008 um 22:21

Hallo Gast ;) !

Herausforderungen klingt natürlich besser … ;) ! Allerdings ist die Lernkurve bei Drupal für mich bedeutend steiler gewesen als bei WordPress. Vorteil: ich lerne mehr, Nachteil: vieles dauert länger als ich es mir vorgestellt habe …

Trotzdem bin ich immer noch begeistert und bereue die Entscheidung keineswegs.

btw: Deine Seite sieht auch nett aus. Bist Du ebenfalls Umsteiger oder gleich mit Drupal gestartet?

5 Rapsli Januar 7, 2008 um 06:41

Ich habe einen kurzen Umweg über Joomla gemacht und bin dann doch relativ schnell bei Drupal gelandet und bereue es überhaupt nicht.

6 Nils Januar 7, 2008 um 21:07

Joomla und Typo3 hatte ich auch mal in der engeren Auswahl. Aber Drupal hat mich einfach mehr überzeugt. So … Deinen Feed mal abonniert … Wir Drupalnesen müssen ja zusammenhalten ;) !

7 rapsli Januar 7, 2008 um 21:13

Jo :) … dito.

8 rapsli Januar 7, 2008 um 21:15

Ou, habe noch was vergessen. Ich vermisse an deinem Blog das RSS Feed. Damit ich mein Drupal Master Feed kompletieren kann.

9 Nils Januar 8, 2008 um 10:43

Du meinst einen Feed nur für die Drupalabteilung? Auf der Startseite gibt es den Feed für alles (http://feeds.feedburner.com/rausgebloggt – habe nur noch kein Button integriert). Für die View, die nur die drupalbezogenen Beiträge ausfiltert, habe ich mich noch nicht damit beschäftigt, wie ich hierzu einen entsprechenden extra Feed erhalte. Allerdings kannst Du ansonsten auch den Feed des Tags Drupal nutzen: http://nsah.de/tags/drupal/feed !

10 rapsli Januar 8, 2008 um 10:48

hm…. komisch. Ich habe das glatt übersehen? Ist mir noch nie passiert…

11 Nils Januar 8, 2008 um 10:57

;)

12 Markus Juli 5, 2008 um 10:42

Also ich konnte mich für Drupal nicht so wirklich begeistern. Vieleicht nehme ich nochmal einen zweiten Anlauf ;)

13 Nils Juli 5, 2008 um 11:23

Hi Markus,

ist halt ein zweischneidiges Schwert – wie so oft in dem Bereich. Ich bin zur Zeit mal wieder sehr stark mit meiner Arbeit beschäftigt, so dass ich wenig Zeit zur Blogpflege habe. Im Moment wäre mir also WordPress lieber, weil es für mich leichter handzuhaben ist – auch wenn es nicht so mächtige Funktionen wie Drupal hat.

Aber nun läuft mein Blog mit Drupal und ich muss da durch ;) .

14 Sebastian W. September 19, 2008 um 01:57

Ich konnte mich bisher nie zu Drupal durchringen.
Welche Erfahrungen hast du denn bisher mit deinem Drupal gemacht? Hast du den Umzug schon beräut? Bisher hat mir WP mit den Funktionen ausgereicht, aber vielleicht kann man mich ja noch überzeugen :)

15 Dirk April 24, 2009 um 21:36

Und wie läufts mit Drupal, noch zu frieden? Habe ebenfalls bei einigen Seiten angefangen das Wordpress durch Drupal zu ersetzen. Erfordert zwar eine größere Einarbeitung, aber man kann einfach viel viel mehr mit Drupal machen als mit Wordpress!

16 Joomla Fan Mai 7, 2009 um 22:30

Ich weiß nicht, was alle gegen Joomla haben, aber es ist recht kompliziertes und dabei leicht zu bedienendes CMS. Joomla lässt keine wünschen offen.

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