Test: Online Buchverwaltung LibraryThing

libery thing logo Als erstes habe ich mir LibraryThing vorgenommen, da es wohl die bisher größte Website im Bereich der online Buchverwaltungen ist. Es sollen milerweile über 20 Millionen Bücher eingetragen sein. Grundsätzlich kann LirbraryThing schon etwas Deutsch und ist unter www.librarything.de erreichbar (es macht einen Unterschied, ob man sich über die .com oder .de Adresse einloggt). Achtung: Dies ist kein objektiver Test und Vergleich sondern einfach eine Sammlung meiner subjektiven Eindrücke beim Ausprobieren.

Preise und Mitgliedschaftstypen

Wie so oft ist die einfach Mitgliedschaft zunächst kostenfrei. Alle Funktionen sind in der einfachen Mitgliedschaft verfügbar, nur die Anzahl der Bücher in der eigenen Bibliothek ist auf 200 begrenzt. Man kann also in Ruhe ausprobieren und testen bevor man sich entscheidet mehr zu wollen.

Wer mehr will hat die Wahl zwischen einer jährlichen Mitgliedschaft (10,- $) oder einer lebenslangen (25,- $). Der Betrag kann per Paypal (hier ist auch ohne Paypalmitgliedschaft ein Bezahlen per Scheck oder Postanweisung möglich) oder per Moneybookers beglichen werrden. Im Grunde stimmt das nicht genau. Denn LibraryThing hat eine sehr eigenwillige Preispolitik, die ich in dieser Form bei keinem anderen Onlinedienst gesehen habe. Die oben genannten Preise sind nur die empfohlenen Preise. Man kann beim Bezahlen selbst zwischen verschiedenen Preisen wählen, die bei der jährlichen Mitgliedschaft von 6,- $ bis zu 20,- $ (mit dem Vermerk “We love you”) gehen und für die lebenslange Mitgliedschaft von 19,- $ bis 55,- $ gehen. Übrigens: nach Ablauf der Jahresmitgliedschaft wird kein Buch gelöscht, sondern es ist nur kein weiteres Hinzufügen von Büchern möglich.

Bücher eintragen

Als erstes kann man natürlich seine Bücher eintragen. LibraryThing zeigt sich hier sehr flexibel und ermöglicht das Eintragen auf unterschiedlichsten Wegen:

buecher eintragen 1

Mittlerweile kann auch speziell im deutschsprachigen Raum auf mehrere Quellen (über Amazon.de hinaus) zugegriffen werden:

deutsche bibliotheken

LibraryThing ordnet dabei die einzelnen Bücher sogenannten Werken zu, so dass unterschiedliche Ausgaben (verschiedene Sprachen, Neuauflagen, etc.) dem ursprünglichen “Werk” eines Autors zugeordnet werden und so die gelegentlich auftretende Vielfalt geordnet wird. So kann ich z.B. die deutsche Ausgabe “Barrayar – Cordelias Ehre” von Lois McMaster Bujold in Amazon.de finden und meiner persönlichen Bibliothek zuordnen und LibraryThing “weiß”, dass diese Ausgabe der mit dem Titel “Cordelia’s Honor (Shards of Honor, Barrayar)” gleicht.

Es gibt jede Menge (vielleicht schon zu viele?) Informationen zu dem Buch. LibraryThing scheint einerseits professionellen Ansprüchen genügen zu wollen und gleichzeitig die Community-Funktionen zu betonen.

Sehr viel Mühe hat man sich mit den Importmöglichkeiten gegeben. Es gibt Unterstützung um bestehende Datenbestände anhand von ISBN-Nummern zu importieren oder auch Daten aus der eigenen Amazon Kauf-Historie bzw. der Amazon Wishlist (hierbei habe ich nicht geprüft, ob dies nur über Amazon.com oder auch über Amazon.de möglich ist) zu übertragen. Selbst die Eingabe von Büchern unter Verwendung eines Barcodescanners (den man günstig bei LibraryThing erwerben kann) ist möglich.

Der Kern der Seite: die persönliche Bibliothek

Es gibt zwei grundsätzlich Verschiedene Ansichten der eigenen Bibliothek. Einmal in Form einer Liste, die nach den veriedensten Kriterien sortiert werden kann:

libery thing bib 1

… und einmal als Buchumschlagansicht:

libery thing bib 2

 

Als Einsteiger begeistert mich vieles, aber ich fühle mich an mehreren Stellen zunächst auch überfordert und ein wenig allein gelassen. So entdeckte ich beim Herumstöbern einen Titel von Orson Scott Card “Die Heimkehr. Der Ruf der Erde.” und diesen fügte ich über die Schaltfläche

bib hinzufuegen

in meine Bibliothek ein. Merkwürdigerweise erscheint das Buch nun folgendermaßen in meiner Übersicht:

titel verkehrt 1

Der Titel ist auf einmal in Englisch. Bei meinen Versuchen das Problem zufriedenstellend zu lösen (ich möchte in solchen Fällen natürlich nicht jedesmal den deutschen Titel per Hand eingeben) stieß ich erstmal auf die Möglichkeit das Bild des Buches zu ändern. Hier stehen einem meist mehrere mögliche Umschlagbilder zur Verfügung, die teilweise Amazon entnommen sind oder von anderen LibraryThing Mitgliedern hochgeladen wurden. Man kann natürlich auch selbst eingescannte Bilder hochladen. Das gefiel mir alles zwar sehr gut, änderte aber nichts an meinem Problem mit der englischsprachigen Anzeige des Buchtitels.

Hilfe und FAQ

Ich dachte bei dieser Gelegenheit kann ich gleich testen wie gut die angebotene Hilfe bei LibraryThing ist. Der Link zur FAQ/Hilfe findet sich etwas versteckt im Footer jeder Seite. Hier stoße ich sehr direkt auf die unvollendete Lokalisation. Die FAQ steht anscheinend nur auf Englisch zur Verfügung und dort finde ich natürlich erstmal keine für meinen Fall passende Problemlösung.

Aber es gibt ja auch ein Forum – und sogar eine deutschsprachige Ecke. Hier wird rege kommuniziert und es scheint viele engangierte Mitglieder zu geben. Beim Überfliegen der Themen wird aber auch die “Baustelle” LibraryThing deutlich. Es gibt immer wieder Beispiele für kleinere Probleme wie fehlgeleitete Links, noch nicht umgesetzte Funktionswünsche oder auch unbeantwortete Fragen.

Community Features

Hier findet sich grundsätzlich alles, was man in diesem Bereich so als Basisfeatures kennt: Die Bücher können getagged werden und basierend auf diesen Tags und der eigenen Bücher gibt es Empfehlungen für andere Bücher. Es werden Mitglieder mit einem ähnlichem Buchgeschmack angezeigt, die man sich zu Freunden machen kann. Darüber hinaus gibt es wie bei z.B. flickr themenzentrierte Gruppen, denen man beitreten kann.

Widgets und Werkzeuge

In diesem Bereich zeigt LibraryThing wieder mal so richtig was alles möglich ist. Es gibt nicht nur ein Widget zur Einbindung in die eigene Homepage oder den persönlichen Blog, sondern gleich verschiedene Varianten, die sich ausgesprochen vielfältig konfigurieren lassen:

libery thing widget 1

Es lässt sich sogar eine eigene Amazon Partner-ID eintragen. Die Bilder der Bücher im Widget sind mit Amazon verlinkt (wobei ich noch nicht getestet habe, ob nur mit Amazon.com oder auch .de). Darüber hinaus lässt sich LibraryThing PPC- und mobilfunkfreundlich anzeigen, Es gibt Bookmarklets um Bücher von Amazon oder anderen Websites einfach und zügig in LibraryThing zu übernehmen.

Generelle Probleme

Anscheinend hakt es auch an einigen Ecken und Enden. Während ich LibraryThing testete, war ich häufiger plötzlich aus meinem Account ausgeloggt und musste mich erst wieder einloggen. Dann wurde ich beim Surfen auf der FAQ, wenn ich einen Artikel lesen wollte immer wieder auf die Startseite von LibraryThing gelenkt. Da ich keinen langfristigen Test durchgeführt habe, kann ich nicht einschätzen, ob es nur zufällige und kurzfristig auftretenden Probleme sind oder ob dies häufiger passiert.

Nachtrag:
Seit ich diesen Artikel heute nachmittag online gestellt habe, ist LibraryThing weder unter der .de noch unter der .com Adresse erreichbar … ich hoffe ich habe nichts kaputt gemacht ;) ! Da scheint wirklich nicht alles rund zu laufen. Mittlerweile gibt es auch eine Mitteilung zu dem Problem: “Site downtime

Persönliches Fazit:

Mir gefällt das ambitionierte Projekt insgesamt sehr gut. In vielen Bereichen der Seite gibt es jede Menge Möglichkeiten seine Bibliothek zu bearbeiten und auch die Tagging-, Community- und Empfehlungsfunktionen sind schon sehr gut ausgearbeitet. Es ist deutlich zu merken, dass die Macher ambitioniert sind und am Ball bleiben. LibraryThing ist aber auch das etwas wilde wirkende Wachstum anzumerken. Die Oberfläche ist nur bedingt funktionell und intuitiv. Gelegentlich fühlt man sich erschlagen von den vielen Möglichkeiten und die Hilfe bietet nur Standardkost. Für meinen Geschmack lässt auch das Design und die generelle Optik in Verbindung mit der Funktionalität zu wünschen übrig. Eine etwas frischere und durchdachtere Aufmachung würden der Seite sicher sehr gut tun. Auch das etwas hakelige Verhalten von LibraryThing während meines Tests sollte man im Auge behalten.

Was mir fehlt ist eine Form von Kategorisierung, die über Tags hinaus geht. Ich würde mir z.B. gerne ein Sachbuch und ein Science Fiction Regal erstellen. Eine Wunschliste ist z.Zt. ebenfalls nur über Tags möglich (aber daran wird wohl gearbeitet).

Da die deutsche Übersetzung noch in vielen Bereichen nicht angekommen ist, sollten sich Englisch-partou-nicht-Versteher lieber erstmal Lovely Books oder Reliwa zuwenden.

Da ich nur ein wenig getestet habe kann ich keine Aussagen zu dem dauerhaften Nutzen von LibraryThing machen (folgt vielleicht später).

Serie: Bücher online verwalten

  1. Bücher online sammeln und verwalten
  2. Test: Online Buchverwaltung LibraryThing
  3. Test: Online Buchverwaltung Reliwa

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3 Responses to Test: Online Buchverwaltung LibraryThing

  1. Amazone 15. November 2007 at 16:24 #

    das ist ja echt krass, 20 millionen bücher sind schon eine ganze menge. war mir gar nicht bewusst das es sowas gibt.

  2. Danni 26. Juli 2009 at 22:06 #

    Man kann selbst entscheiden ob das eigene Profil öffentlich ist oder nicht. Wenn man sich dagegen entscheidet, kann dir keiner ins Regal schauen ;o)
    Mittlerweile sind sogar über 41 Millionen Titel erfasst…

  3. Gast 5. April 2009 at 12:14 #

    Ja, LibraryThing ist schon sehr gut, dort kann man sehr viele Informationen über Bücher sammeln. Man hat allerdingst Bedenken, wenn man sich vor Augen führt, dass die ganze Welt in die Bücherregale schauen kann.

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