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Obwohl ich schon einige Erfahrungen im Umgang mit Betriebssystemen und deren Upgrades habe, falle ich doch immer Mal wieder auf typische Probleme herein. So auch beim Upgrade von Apples Synchronisationsdienst MobileMe auf iCloud.

Ich hatte viel zu tun und habe daher Berichte anderer zu Apples neuem iCloud Dienst nicht gelesen oder nur am Rande überflogen. Irgendwann wurde mir beim Einloggen in MobileMe das Upgrade auf iCloud angeboten und ich dachte „Warum nicht?“. Das war sehr fahrlässig von mir, denn nach dem nicht ohne weiteres Rückgängig machbaren Wandel meines MobileMe Accounts zu iCloud, durfte ich schnell feststellen, dass von Haus aus weder mein iPhone 3G noch (und das traf mich noch wesentlich härter) mein MacBook mit Snow Leopard in der Lage waren die für mich wichtige Synchronisation von Terminen und Adressen über iCloud zu erledigen 🙁 !Meine erste kurze Recherche bestätigte, dass Apple auch Monate nach Einführung der iCloud kein Update des letzten für das iPhone 3G verfügbaren iOS 4 bietet oder bieten wird, das eine Anbindung der drei Jahre „alten“ Geräte an die neue Synchronisation ermöglichen würde. Auch wenn ich das als wenig Kundenfreundlich betrachte, so ist die fehlende Unterstützung von iCloud unter Snow Leopard für mich wirklich ein Rätsel. Sicher ist ein Upgrade auf Lion möglich. Aber die Kunden dazu zu zwingen bei einem noch relativ frischen, d.h. zwei Jahre altem, Betriebssystem auf ein neues umzusteigen, während man gleichzeitig die entsprechenden Funktionen für das etwa gleichaltrige Konkurrenzprodukt Windows 7 kostenfrei bereitstellt, grenzt für mich an Sarkasmus im Kundenumgang.

Es gab zwar Gerüchte, dass ein entsprechendes Update von Snow Leopard diese Funktionalität noch bereit stellen soll, aber je mehr Zeit vergeht, desto unwahrscheinlicher scheint die Realisierung dieses Wunsches zu sein. Und selbst wenn es noch kommt, muss Apple sich die Frage gefallen lasen warum es für Windows schnell eine Lösung bereitstellt und für das eigene Produkt nicht.

So genug angeprangert, jetzt will ich noch kurz vorstellen welche Lösungsmöglichkeiten ich gefunden habe:

Eine gute Erläuterung zu der Funktionalität von iCloud im Vergleich zu MobileMe inkl. Antworten auf viele Synchronisationsfragen finden sich im Artikel „Kann ich ohne iCloud mit den Daten von iCloud synchronisieren? Ist iCloud nicht ein übliches Synchronisierung-Service?“ von Marcus Kabele.

1. Snow Leopard

Grob gesagt bietet iCloud sowohl das CalDAV als auch das CardDAV Protokoll zu Synchronisation an und diese lassen sich unter Snow Leopard eigentlich auch manuell einrichten. Die schlechte Nachricht: Es gibt einen Fehler in der Snow Leopard Adressbuch App, der dafür sorgt, dass die CardDAV Synchronisation mit iCloud nicht funktioniert. Es gibt zwar gelegentlich Usermeldungen, dass ihnen eine entsprechende Synchronisation geglückt wäre, aber meist beziehen sich diese auf iCal und nicht auf das Adressbuch. Auf qxm.de habe ich eine schöne Anleitung für die Einrichtung von iCal unter Snow Leopard zur iCloud Synchronisation gefunden mit der ich recht schnell Erfolg hatte: „iCloud und Snow Leopard: iCal synchronisieren„. Darüber hinaus wusste ich nach der Einrichtung die korrekte Serveradresse auf der meine iClouddaten liegen, was für die Einrichtung der Synchronisation unter iOS 4 auf meinem iPhone 3G sehr hilfreich war.

2. iPhone 3G bzw. iOS 4

Auf MacTecUse.de findet sich ein Thread „Wie ICloud Kalender auch iOS 4 Usern zur Verfügung stellen?„, der die passenden Hinweise enthält, um unter iOS 4 eine Synchronisation von Kalender und Adressbuch einzurichten. Wie bereits beschrieben bietet iCloud sowohl das CalDAV als auch das CardDAV Protokoll zu Synchronisation an und diese lassen sich unter iOS 4 auch manuell einrichten. Etwas frickelig das Ganze, vor allem weil man selbst experimentell herausfinden muss auf welchem der Appleserver von p01-contacts.icloud.com bis p04-contacts.icloud.com die eigenen Daten liegen.

Ich kann auch nicht mehr genau sagen mit welcher im Thread genannten Methode ich Erfolg hatte, weil ich verschiedene Einstellungen probiert hatte und es irgendwann geklappt hat. Es kann durchaus sein, dass ich bei den verschiedenen Einstellungen nicht lange genug gewartet habe, um dem iPhone Zeit genug zu geben die Daten zu synchronisieren. Jedenfalls klappte es irgendwann. Mein Vorteil war, dass ich bzgl. der Serveradresse bereits sicher war, da ich vorher die CalDAV Synchronisation unter Snow Leopard eingerichtet hatte.

3. Update zu Lion

Nachdem ich die meisten Adressänderungen auf meinem MacBook durchführe, habe ich zunächst versucht das Problem dadurch zu lösen, dass ich die Adressbuchsynchronisation mit dem iPhone in iTunes eingeschaltet habe. Was aber leider nicht zu dem gewünschten Ergebnis führte. Während ich auf dem iPhone viele Doppelt- und Mehrfacheinträge für einige Kontakte erhielt, wurden wiederum einige neue Kontakte nicht vom iPhone auf das MacBook übernommen. Nach einiger Zeit gab ich mich geschlagen und fasste den Mut mein early 2008 MacBook mit 4 GB RAM auf Lion umzustellen. Damit waren jedenfalls alle Synchronisationsprobleme mit dem MacBook gelöst. Den großen Unterschied zu Snow Leopard bemerke ich bisher nicht. Außer vielleicht, dass die Performance insgesamt ein wenig gelitten hat. Es gibt andere mit ähnlich ausgestattetem MacBook, die von keinem Verlust oder sogar von einem Performancegewinn nach dem Update auf Lion sprechen.

Erfreulicherweise reichte es die Adressbuchsynchronisation via iTunes auszuschalten, damit die entstandenen Mehrfacheinträge im iPhoneadressbuch nach der nächsten Synchronisation verschwanden.