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flickrIm Grunde sollte es doch im Zeitalter des Web 2.0 so einfach sein. Für jedweden Bedarf gibt es meist mehrere schicke zwonullige Internetanbieter. Also sollte es doch für mich kein Problem sein, online eine schicke und funktionelle Foto- oder Bildverwaltung zu finden.

Aber wie so oft, wenn man ein paar Anforderungen hat, ist es nicht so einfach wie man denkt. Als erstes erinnerte ich mich an Flickr. Es mag vielleicht merkwürdig klingen, aber auch wenn mir Flickr in den letzten Jahren immer wieder in Blogbeiträgen, Zeitschriftenartikeln, etc. über den Weg gelaufen ist, habe ich es bisher nicht mal angesehen.

Warum?

Weil ich es nicht benötigte. Es traf bisher keines meiner Bedürfnisse. Nur einmal ist mein Auge kurz auf Flickr gefallen, als es vor einem Jahr darum ging Fotos für die Verwandschaft (und nur für die) online zu stellen. Allerdings war mir dabei wichtig, dass sich jeder Verwandte eigene Papierabzüge der Fotos bestellen konnte. Die Kombination von geschütztem Zugang und Bestellfunktion grenzte das Feld der Möglichkeiten stark ein und Flickr blieb gleich auf der Strecke, da man (übrigens bis heute) in Deutschland keinen Bestellservice nutzen konnte.

Ich habe damals dann die Fotos auf Snapfish.de hochgeladen, da

  • kostenfrei
  • bei unbegrenztem Upload
  • und Bestellmöglichkeit
  • dazu noch deutschsprachig!

Mittlerweile haben sich meine Bedürfnisse gewandelt und da ich mehr Fotografiere, möchte ich gerne auch eine Onlinebildverwaltung nutzen, um anderen schnell mal zeigen zu können was ich geknipst habe oder auch den Download von Erinnerungsfotos zu ermöglichen. Dabei ist mir diesmal die Bestellmöglichkeit von Papierabzügen weniger wichtig. Doch möchte ich nach wie vor gerne individuell bestimmen können, wer meine Fotos sehen kann und wer nicht. Wie ich feststellen durfte, macht das die Sache wieder schwierig.

Flickr

flickrMittlerweile gibt es einige Dienste, wobei Flickr wohl der Bekannteste ist. Um mir einen Eindruck zu verschaffen habe ich mich als erstes dort zu einem kostenfreien Account angemeldet. Insgesamt macht Flickr einen sehr guten, aufgeräumten Eindruck auf mich. Angenehm ist natürlich auch die deutsche Benutzeroberfläche, so dass auch ältere Verwandte und Bekannte es leichter haben sich anzumelden und zurechtzufinden.

Insgesamt gefällt mir Flickr sehr gut bis auf zwei Wermutstropfen: es gibt zwar eine differenzierte Möglichkeit den Zugriff auf die eigenen Fotos zu schützen, aber leider nicht auf individueller Ebene. Man kann ein Foto oder Album eben nur bestimmten Gruppen wie Verwandte oder Freunde zugänglich machen, aber nicht ausgewählten Individuen. Hinzu kommt mein Vorbehalt gegen Flickr aufgrund der im Sommer im deutschsprachigen Raum eingerichteten Filterung der Bilder (genaueres dazu findet sich in den weiter unten verlinkten Beiträgen).

Nachträgliche Korrektur: Es gibt doch die Möglichkeit einzelne Personen Zugang zu einem Album bei Flickr zu verschaffen. Das Zauberwort hierzu lautet Gästepass.

Der kostenfreie Account begrenzt den Upload auf 100 MB pro Monat und es lassen sich nur die letzten 200 hochgeladenen Bilder anzeigen – auch wenn weitere im Account vorhanden sind. Die unlimitierte Pro-Version kostet 24,95 $ pro Jahr. Aufgrund der hohen Bekanntheit gibt es jede Menge Tools und Tipps für Flickr. Für mich im Moment nicht so wichtig, aber erwähnenswert ist die große Community auf Flickr in der man sich nach Herzenslust tummeln kann. Wer das gerne möchte findet hier die wohl zur Zeit größte und aktivste Fotocommunity der Welt.

Sharpcast

sharpcastSharpcast gefällt mir auf den ersten Blick sehr gut. Hier steht weniger die Community im Vordergrund als die Bildverwaltung. Die Fotos lassen sich sowohl öffentlich stellen als auch nur ausgewählten Personen zugänglich machen. Der kostenfreie „Free Plan“ bietet zwar einen unlimitierten Upload eigener Fotos, die nach 30 Tagen allerdings nur noch in der Größe 1600 x 1200 pt aufgerufen werden können. Bis dahin sind die Bilder in voller Auflösung sichtbar. In dieser Hinsicht zeigt sich Sharpcast wesentlich freigiebiger als Flickr.

Zur Verwaltung lässt sich eine Desktopsoftware herunterladen (Win und Mac), die unter anderem dafür sorgt, dass die ausgewählten Fotos diskret im Hintergrund hochgeladen werden, während man sich anderen Dingen am PC widmen kann.

Einen der herausragendsten Features von Sharpcast genau auf meinen Bedarf. Im kostenpflichtigen „Premium Plan“ ($5.99 pro Monat oder $64.99 pro Jahr) lassen sich die Fotos über mehrere Computer hinweg und dem Onlineaccount automatisch synchronisieren.

Das wäre eigentlich mein Bilderdienst der Wahl, wenn nicht folgende Punkte zum Tragen kämen.

Aktuell hat Sharpcast drei Nachteile für meinen Bedarf:

  1. Der größte Nachteil ist, dass zur Zeit weder der Titel aus den Exif-Daten des Fotos übernommen wird noch Tags aus den IPTC-Daten. D.h. man muss diese alle nochmal eingeben und dazu habe ich ehrlich gesagt keine Lust. Das kann Flickr wesentlich besser. Dort werden sowohl Titel als auch Tags der Fotos automatisch mit übernommen.
  2. Bisher ist die Benutzeroberfläche nur auf Englisch verfügbar. Es gibt keine Deutsche Lokalisation.
  3. Der dritte Nachteil wiegt für mich nicht schwer, da Sharpcast diesen Umstand mit vielen Diensten teilt: Es können in Deutschland keine Papierabzüge bestellt werden.

Links

Wie es so häufig passiert gibt es auch andere, die zur Zeit auf der Suche nach einer Fotoverwaltung sind: Welches WebAlbum nehmen?, Abschluss meines WebAlbum Tests: Ipernity vs flickr

Auf dem Blog habe ich auch gleich einen interessanten Hinweis gefunden, wie man mittels der Picasa Dektopanwendung Bilder zu Flickr hochladen kann: picasa2flickr: Picasa als Upload Tool für Flickr (das originale Tool findet sich hier: picasa2flickr).

Zum Schluss noch ein paar Links auf die ich während meiner Recherchen gestoßen bin. Hier werden weitere Anbieter vorgestellt. In einigen der Artikeln wird auch genauer auf die Zensurproblematik bei Flickr eingegangen:

Aktuell ist es für mich ein Kopf an Kopf Rennen zwischen flickr und Sharpcast.