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Vorwort: Wer sich mit den genannten Systemen nicht auskennt, dem sei der informative Artikel Foren, Weblogs und Wikis von Perun empfohlen.

Angestoßen durch Überlegungen zu meinem Internetprojekt, versuche ich gerade auch für andere Zwecke zu ermitteln was sinnvoll ist:

  • Ich nutze gerne Wikis, um Informationen schnell und simpel abzulegen und zu bearbeiten.
  • Einen Blog nutze ich auch … zwar nur sporadisch aber immerhin – das soll zukünftig mehr werden.
  • Ich bin freudiger Besucher von Foren (insbesondere vBulletin-Foren begeistern mich immer wieder).
  • Tja, und Content Management Systeme eigenen sich einfach gut, um etwas dauerhaft im Netz zu publizieren.

Nun taucht natürlich die Frage auf welche Software will ich wofür nutzen bzw. gibt es vielleicht auch integrierte Lösungen, so dass alle Systeme nicht unabhängig voneinander installiert, gewartet und gepflegt werden müssen? Nach Möglichkeit soll es auch kostenfreie bzw. Open Source Software sein. Dies wäre auch für die Gestaltung einer themenzentrierten Website mit Communitycharakter hilfreich, da die verschiedenen Elemente unterschieden Zwecken dienen:

  • Ein CMS für die Verwaltung von Artikeln/News mit einer möglichst übersichtlichen Navigation zu den verschiedenen Themenbereichen. Viele CMS bieten auch eine ausgefeilte Nutzerverwaltung mit differenzierter Rollen- und Rechtevergabe.
  • Ein Blog für aktuelle Nachrichten und Erlebnisberichte.
  • Ein Forum zum Austausch zwischen den Besuchern und für die Bereithaltung auch von älteren Problemlösungen und Diskussionen.
  • Ein Wiki zur einerseits geordneten Ablage von Informationen und deren gemeinsamer Bearbeitung.

Ich kenne mich zwar etwas mit HTML, CSS und PHP aus, bin dabei aber kein Profi und habe auch nicht unbedingt den Anspruch einer werden zu wollen. Ich sehe mich eher als professionellen Nutzer, der auch die Technik dahinter zum Teil nachvollziehen kann. Ich will meine Zeit eher mit dem Erstellen von Inhalten verbringen als mit dem Basteln und Pflegen der Software. Daher tendiere ich eher zu weiter verbreiteten Lösungen, da hier leichter Unterstützung zu erhalten ist. Auch ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch passende Lösungen für auftretende Probleme oder passende Modulen für zusätzliche Funktionen zu finden.

Ich bin bisher mit dieser Philosophie recht gut gefahren!

Meine derzeitigen Favoriten in den verschiedenen Bereichen:

Wiki

  1. MediaWiki: Da die Wikipedia mit Mediawiki betrieben wird, ist es eines der bekanntesten Wikisysteme.
  2. DokuWiki: Arbeitet ohne Datenbank und ist mittels vieler Templates und noch mehr Plugins flexibel ausbaubar.
  3. PMWiki: Basiert auf einem smart geschriebenen Basissystem und lässt sich mit vielfältigen „recipes“ genannten Erweiterungen ausbauen. Arbeitet ebenfalls ohne Datenbank.
  4. TWiki: Mächtiges System, das schon Groupwarecharakter hat. Ist dabei wohl nicht so leicht zu installieren und benötigt einen größeren Einarbeitungsaufwand.

Foren:

  1. vBulletin, ist zwar keine kostenfreie Lösung (kostet ca. 150,- EUR oder ca. 75,- als Jahreslizenz), dafür gibt es einen unglaublichen Funktionsumfang und sehr guten Support an den die freien Foren nicht herankommen. Außerdem
  2. UNB: Unclassified NewsBoard, junges, sehr frisches und deutsches Projekt mit neuen Ideen, wie z. B. Benachrichtgungen per Jabber. Unbedingt ansehen!
  3. SMF: Simple Maschines Forum, ebenfalls weit verbreitet und große Benutzergemeinde. Im englischsprachingen Forum gibt es eine deutsche Abteilung.
  4. phpBB: freies Forum, dass sich allerdings in der Vergangenheit durch mehrere Sicherheitsmängel einen schlechten Ruf eingehandelt hat. Die Entwicklergemeinde arbeitet jetzt schon seit über zwei Jahren an einer neuen Version. Daher gibt es unglaublich viele Hacks, um gewünschte Funktionen zu integrieren. Andererseits hat das Forum eine große Verbreitung und Community, die bei Problemen hilfreich bereitsteht.

Da ist mir noch eine nette Statistikseite mit einer Übersicht zur Verteilung der unterschiedlichen Forensoftware empfohlen worden: www.big-boards.com

CMS

siehe meinen Artikel zur „Suche nach einem einfachen CMS“

Blog

  1. WordPress (das überrascht jetzt aber ;)): Eines der weitverbreitesten freien Blogsysteme mit sehr großer auch deutscher Nutzerzahl. WordPress lässt sich mittels der unüberschaubaren Anzahl an frei verfügbarer Themes und Plugins sehr flexibel anpassen.
  2. Serendipity: Nicht ganz so populäres Blogsystem wie WordPress. Allerdings ist einer der Entwickler der deutschen Sprache mächtig und daher ist auch deutschsprachiger Support möglich. Eines der herausragendsten Merkmale ist die online „ein Klick“ Installation von Themes und Plugins. Interessierte finden einen informativen Einstiegsartikel und eine ganze Serie zum Thema im Software Guide.
  3. Drupal: Ist eigentlich ein ausgewachsenes CMS, dass von Haus aus multiblogfähig ist (stellt jedem Benutzer einen eigenen Blog zur Verfügung). Allerdings müssen viele der sonst üblichen Funktionen für Blogs nachgerüstet werden. Ist eher etwas für ambitionierte Anwender.

Integrierte Lösungen oder Brücken bauen

Integrierte Lösungen gibt es nicht sehr viele bzw. nicht viele die mir wirklich gefallen. TWiki ist ein Wiki, dass im Grunde CMS Qualitäten mitbringen. Hat aber besondere Vorraussetzungen für die Installation, die nicht jeder Hoster erfüllt.

Am ehesten passt noch Drupal als integrierte Lösung mit seiner guten Blogfunktion (eine ausführliche Gegenüberstellung zwischen Drupal und WordPress hat Wolfgang Sommergut verfasst und noch etwas präziser finde ich den Artikel „Drupal – das bessere WordPress?“ von Frank Helmschrott inkl. der Kommentare).

Die drupaleigene Forenfunktion ist für meinen Geschmack allerdings nicht so besonders und als Wiki macht es auch keine so gute Figur (es gibt ein Modul hierfür). Die Verbreitung läßt sich langsam sehen, aber irgendwie finden sich nur wenige ansehnliche Templates. Hinzu kommt, dass im Gegensatz zu Software wie WordPress oder Joomla, die Installation nicht ganz so einfach ist und anschließend auch nur ein sehr einfache Auswahl an Funktionen verfügbar ist. Alles weitere muss als Modul nachträglich aktiviert oder erst installiert werden. Das Modulangebot ist überaus vielfältig, aber gerade Anfänger stehen so schnell vor einer überwältigen Vielfalt an Möglichkeiten, die auf den ersten Blick nur schwer zu durchdringen ist (ständig ist man mit der Frage konfrontiert: „Welches der drei, vier oder auch acht Module in dem Bereich ist für mein Anliegen das richtige?“). Drupal ist also nichts für eine „schnelle Nummer“ 😉 insbesondere für Neulinge im CMS, HTML, CSS und MySQL Bereich.

Für Joomla gibt es neben einigen Bridgemodulen auch ein (wenn auch mit 20$ kostenpflichtiges) Modul zur Integration von vBulletin, dass sehr gut funktionieren soll und regelmäßig gepflegt und supported wird.

Zur Integration von verschiedenen Forenlösungen in WordPress gibt es aufschlussreiche Artikel von Bloghelper (engl.) und Robert Hartl.

Mir sind zwar noch weitere Möglichkeiten über den Weg gelaufen, aber keine hat es geschafft mich zu überzeugen (z.B. Bitweaver: Wiki, CMS, Forum).

Ich werde wohl eher bei einzelnen Softwarekomponenten bleiben bzw. Drupal einsetzen. Das einzig unbefriedigende dabei ist das Benutzer sich an jedem System einzeln registrieren und anmelden müssen. Es gibt hier manchmal sogenannte Bridges zwischen zwei Systemen, die das lösen sollen, aber ob diese immer auch passend weiterentwickelt werden ist fraglich. Außerdem lassen sich hiermit in der Regel nur zwei Komponenten miteinander verbinden.

Informations- und Vergleichsmöglichkeiten

Es gibt mehrere Seiten auf denen sich detaillierte Überblicks- und Vergleichsmöglichkeiten zu den verschiedenen Systemen finden:

Ebenfalls lesenswert, auch wenn man sich nicht fürs Marketing interessiert, ist der Artikel Marketinginstrument:Forum oder Blog oder Wiki oder alle drei…, weil er die Ausrichtung der einzelnen Systeme verdeutlicht.

Nachtrag

Mir ist gerade Blog:CMS über den Weg gelaufen. Basierend auf Nucleus CMS Code wurden Blog (auch mehrere in einer Site), Forum (PunBB), Wiki (DokuWiki), News Aggregator (atom / rss) und Photo Gallarie in einer Software vereinigt. Wirkt auf den ersten Blick recht gut und wie aus einem Guß.

Obwohl auf meinen zweiten Blick hin habe ich entdeckt, dass das Nucleus CMS bereits einen Großteil dieser Features bietet und mir nun nicht ganz klar ist, was Blog:CMS nun als deutlichen Nutzen darüber hinaus bietet!? Ein Artikel zu Erfahrungen mit dem System und der Erörterung der Frage „Nucleus CMS oder WordPress?“ findet sich bei Soeren Onez.

Update

Aufgrund einiger Forendiskussionen wird dieser Artikel z. Zt. wieder mehr gelesen. Bei dem Verfolgen der dortigen Diskussion bin ich noch auf den Link zu tzwaen.systems aufmerksam geworden. Dort finden sich weitere interessante Artikel rund um das Thema.

Darüber hinaus hat der Entwickler des oben genannten UBN-Forums ein neues Projekt begonnen, das genau in die Richtung zielt die Vorteile der verschiedenen Systeme zu nutzen und dabei etwas ganz neues zu entwickeln. Ein in meinen Augen sehr interessantes und auch vielversprechendes Projekt, wenn auch noch in einem sehr frühen Stadium: UNB2